Graue Geschichten 1

Die Gruft der Unvergänglichkeit - Teil 1

Der Geruch des Todes liegt in der Luft als ich die stummen, alten Steintreppen der Gruft hinabgehe. Es ist so dunkel, dass ich mir, bevor ich die Gruft betrat, einen größeren Ast anzünden musste, um überhaupt etwas zu sehen. Ich wusste nicht, dass ich zu der Zeit das einzige war, das hier unten lebte. Nicht eine Ratte oder ein Käfer, keine Motte und kein Wurm lebte mehr. Der Tod war so erdrückend, dass mich eine innerliche Kälte überkam, die langsam nach außen drang. Auf meinem Weg nach unten, sah ich nichts außer diesen Treppen. Die Wände waren nicht einmal feucht, wie ich anfangs vermutet hatte. Doch hier gab es kein Leben, kein Wasser, kein Licht, keine Wärme. Nach etlichen Stufen kam ich in eine Halle. Sie war so groß, dass ich das andere Ende mit meiner winzigen Lichtquelle nicht ausmachen konnte. Es war absolut still. Ich lief einfach weiter und merkte langsam, dass die Halle vollkommen leer war. Nicht einmal Staub bedeckte den Boden. Es war unheimlich rein. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, ehe ich das Ende der Halle erreicht hatte. Dort gab es drei Türen. Sie lagen jeweils etwa zehn Meter voneinander entfernt. Dazwischen befand sich makellos, glattes, schwarzes Gestein. Über der ersten Tür stand ein Wort in den Fels gehauen, den ich in einer Gruft niemals erwartet hätte. Falschheit. Über der zweiten stand: Frechheit. Über der dritten: Glanzlosigkeit. Ich hatte keine Ahnung was mich hinter diesen Türen erwarten würde. Ich entschloss mich, ohne einen Grund dafür zu haben, durch die dritte Tür zu gehen. Als ich sie öffnete, konnte ich nichts sehen. Ich meine nicht, dass es darin dunkel war. Es war vollkommen weiß. So habe ich mir immer das Nichts vorgestellt. Endlos, weiß und ohne Zeitgefühl. Ich ging hinein. Doch als ich zurückschauen wollte war da nichts. Die Tür war verschwunden. Es war alles weiß. Außer mir, war alles weiß...

 

Fortsetzung folgt...

1 Kommentar 5.8.07 22:56, kommentieren

Die verdrehte Welt eines Heldens in meiner Stadt 1

Ein Hauch von parfümierter Luft schlägt mir sanft ins Gesicht als ich in den Bus mit der Nummer 1 steige. Draußen regnet es ziemlich stark. Meine Haare sind so nass, dass das Wasser von meinen Haaren auf den Nacken tropft. Der Boden im Bus ist ebenfalls nass und rutschig. Es ist der letzte Bus für heute. Es sind nur wenige Pesonen im Bus. Ganz hinten sitzen zwei alte Männer, die bestimmt nach Alkohol gerochen hätten, wenn ich in deren Nähe gewesen wäre. Stattdessen sitzt gleich bei der mittleren Tür ein junges Mädchen, dreizehn oder vierzehn Jahre alt. Sie riecht nach Zitrone. Intensiv. Ihre Haare sind trotz des Regens einigermaßen in Form. Der Busfahrer ist ein Mann, der bestimmt aus Afrika stammt. Er ist nett und ein symphatischer Busfahrer, der ab und zu leider etwas zu schnell fährt. Das merke ich auch sofort, als er anfährt und mit hohem Tempo Richtung Stadtzentrum eilt. Ich bleibe an der Tür stehen und beobachte das junge Mädchen. Erst jetzt fällt mir auf, dass sie wohl geweint hat. Ich warte bis sie mich ansieht und frage dann, was mit ihr los sei. Sie schaut mich ängstlich an und meint, dass es mich nichts anginge - womit sie wahrscheinlich Recht hat. Daraufhin lasse ich sie in Ruhe und setze mich jetzt doch hin. Dann ertönt aus dem Lautprecher die Stimme einer Frau: Emilienstrasse. Das Mädchen steht auf, genauso wie die zwei Männer die dass Mädchen seltsam, fast schon gierig anstarren. Ich entschließe mich, auch aufzustehen und auszusteigen, obwohl ich noch neun Haltestellen hätte fahren müssen um nach Hause zu kommen. So stiegen alle aus. Das Mädchen eilte über die Strasse - und welch ein Wunder - die besoffenen taten dies auch. Ich folgte ihnen. Das Mädchen lief in eine Seitengasse. Und immernoch wurde sie verfolgt. Das Mädchen wurde schneller. Die Männer und ich auch. Dann rief sie: Haut ab ihr Penner, lasst mich in Ruhe! Die Männer riefen: Komm her, wir wollen dich was fragen. Ich rief: Ich bring euch Schweine um wenn ihr euch nicht sofort auf den Boden legt und eure Fresse haltet! Die Männer drehten sich um, wobei das Mädchen 'entkommen' konnte. Die Männer kamen auf mich zu, ich schrie: Bleibt stehn, legt euch hin oder verreckt im Dreck vor meinen Füßen. Sie ließen sich nicht einschüchtern. Sie wurden schneller. Ich zog ein Messer und als der erste mich erreichte, rammte ich ihm das Messer in den Bauch. Woraufhin der Mann fürchterlich schrie und seine Hände gegen die blutende Wunde presste - natürlich nachdem ich die Klinge rausgezogen hatte. Sein Kollege rannte daraufhin ziemlich schnell weg. Und ich, ich ging nach Hause.

(Keine wahre Geschichte)

29.7.07 23:24, kommentieren

Gleichgewicht

Kein Weg führt zurück wenn man nicht über den Weg, den man gegangen ist, nachgedacht hat.

Dies kann positiv sowie negativ sein.

So viele Fehler wie ich auf meinem Weg gemacht habe, soviel richtiges mache ich auf dem weiteren Weg. Doch soviel richtiges ich auf dem weiteren Weg tue, soviele Fehler werde ich noch begehen.

Ein Gleichgewicht.

 

2 Kommentare 23.7.07 22:48, kommentieren

mein Gedanke am Abend

Ein Tanz bei Mondlicht auf dornigem Feld. Ein Flug ohne Flügel durch eiskalte Nacht. Ein Blick ohne Worte in eine Welt ohne Leben. Das Glück findet jeden, der sich vom Glück finden lässt. Die Uhr bleibt nur stehn wenn ihr die Kraft fehlt. Die Zeit schleicht vorbei während der Zeiger noch schläft. Ein Haus ohne Wände, ein Haus ohne Dach - die Welt. Ein Gefühl ohne Angst, ein Gefühl ohne Hast - die Liebe. Ein Traum ohne Ende, ein Traum ohne Sinn - das Leben. Ein Text für die wenigen Besucher, ein Text nur für dich - mein Gedanke am Abend.

17.7.07 22:53, kommentieren

Leben = Farbtopf

Wer sitzt da unter jenem Tisch, im Raum in dem die Wände sprechen? Es dreht sich nicht die ganze Welt, es dreht sich nur der eine Raum. Das Leben kann ein Farbtopf sein. Hineingefallen ist es schwer herauszukommen, nicht nur weil die Kraft fehlt - nein, es ist so schön darin dass ich dort gleich für immer bin. Der Boden dieses Farbtopfs ist so schwarz wie eine Rabenfeder, stürzt dich tiefer in ein Loch. Man will nicht atmen, es ist zu schwer. Wo hin du gehst, der Boden bleibt schwarz. Doch eine Hand packt dich und zieht dich raus. Die Sonne strahlt dir ins Gesicht. Du wirst blind und bleibst es auch.

 

Das Leben ist schön

5.7.07 23:06, kommentieren

Traum

Ich kann dir deine Schmerzen nehmen. Ich werde für dich kämpfen. Wenn du des Nachts erwachst und keine Lust auf leben hast, dann werd ich bei dir sein - die ganze Nacht.

Jede Nacht ein neuer Traum, ein Traum den ich dir geschenkt.

Ich schlaf in deinem Kopf, ich wache in dir auf.

Ich bin dein Traum

5.7.07 22:46, kommentieren

Kaputtgeträumt

Ein Traum, den ich vor einiger Zeit oft, mehrmals geträumt habe. Ein Albtraum. Nicht einer von diesen mit viel Blut oder erschreckenden Gesichtern. Auch nichts komplexes. Ziemlich simpel waren diese Träume. Ich liege in meinem Bett, kann während des Traumes nicht zwischen Traum und Realität unterscheiden. Es ist dunkel, doch von der Straße fällt ein wenig Licht in mein kleines Zimmer. Im Traum wirkt alles ein bisschen trüber, dunkler...wenn auch nicht ganz ohne Licht. Ich kann mich kaum bewegen. Mein Körper wirkt hundert bis tausendmal schwerer. Ich versuche mich zu bewgen...ein wenig gelingt es mir. Ich versuche das Licht einzuschalten, doch ich komme nicht an den Lichtschalter meiner schwarzen, neben meinem Kopf stehenden Lampe. Während ich träume, höre ich laute Geräusche, fast wie ein Kreischen. Es wird leise und laut, leise und wieder laut. Immer dasselbe. Ich wache auf. Die Geräusche sind nicht mehr da aber in meinen Ohren vernehme ich ein Piepsen, dass genau wie im Traum laut und leise wird.

 

26.6.07 23:20, kommentieren