Schwarz+Weiß=Grau?

Weiß schwarz. Ein Vogel im Baum. Schnee. Winter. Pfefferminztee mit Honig. Das Läuten von Kirchenglocken. Die Massen, die sich blind das geweihte Wasser auf die kalte Stirn tupfen. Der Geruch von essbaren Kastanien. Ein Augenblick, der so fern erscheint. Die Zeit, mein Freund. Rostiges Wasser aus einem noch rostigeren Wasserhahn. Ein Bad. Bei Kerzenschein. Wer weiß wo Wasser wohnt. Ich schmecke kein Wasser, ich schmecke nur Blut. Auf einem schwarz-weiß karierten, gekacheltem Boden.

16.11.07 12:24, kommentieren

Herbst

 

Das Blatt: Das hat weh getan, du Unhold!

Der Baum: Sei nicht so laut.

Das Blatt: Warum hast du mich abgeworfen?

Der Baum: Ach, du warst mir zu schwer.

Das Blatt: Zu schwer?! Ich bin doch klein und leicht wie eine Feder!

Der Baum: Du wirst bald verstehen.

Das Blatt: Was verstehen?

Der Baum: Den Lauf des Lebens.

Das Blatt: Den Lauf des Lebens?

Der Baum: Ja.

Das Blatt: Wirst du sterben?

Der Baum: Ja, doch du musst leider vor mir gehen.

Das Blatt: Ha! Das glaub' ich dir nicht.

Der Baum: Jedes Jahr muss ich viele von euch abwerfen, ihr werdet immer schwerer.

Das Blatt: Du lügst!

Der Baum: Du arme Seele, es tut mir Leid dich vergehen zu sehen.

Das Blatt: Aber...

Der Baum: Bis bald, mein treuer Freund.

 

 

 

11.11.07 22:58, kommentieren

In tiefster Nacht

Ach, wenn mein Blut doch Tinte wäre.

Ich würde schreiben.

Auch wenn ich dann verbluten müsst'.

Bis das letzte Wort verblasst.

In tiefster Nacht.

11.11.07 22:48, kommentieren

Unsortierte Gedanken in Bearbeitung

Nur im Sekundentakt denken, es gilt Millionen von Gedanken zu ordnen, zu archivieren und neu zu erstellen. Gedankenloses Laufen. Der Sonne fern bleiben. Den Schatten um Hilfe bitten. Ein paar Pflastersteine machen den Weg nicht leichter. Über Gras lässt sich's besser laufen. Ein Regenschauer. Einer von denen, die wunderschön, verwirrend überwältigend sind. Alles nass. Außer die Augen. Augen die strahlen und das Licht einer Straßenlaterne reflektieren. Viele Busfahrten. Meistens mit der Angst erwischt zu werden. Die Frage drängt sich in den Kopf: Warum haben sie keine Fahrkarte. Das neuste Album von den Früchten des Zorns. Wie Antennen in den Himmel. Keine Zeit. Von hier nach dort und irgendwann ins nirgendwo. Auf einem Seil, das keines ist. Auf einer scharfen Klinge gehen. Die Schlucht ist viel zu breit um hinüber zu kommen. Auf einer Klinge, die als Brücke dient. Ein Lehrer, der die Gefühle verletzt, ein Lehrer der nicht meine Gefühle verletzt. 19 von 21 Schülern, die weiblich sind. 20 von 21 Schülern, die einen Lehrer zum Feind ernannten. Ein anderer Lehrer, der lustig ist, aber auch dieser verletzt Gefühle. Es wäre schön wenn es schneien würde. Schwarz und Rot.

23.9.07 23:11, kommentieren

Die verdrehte Welt eines Heldens in meiner Stadt 2

Die Suche

Ich sitze im Bus und bin froh, dass es hier schön warm ist. Draußen ist es schon ziemlich kalt. Ich sitze auf der linken Seite am Fenster. Meine Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Es sind schon ein paar Wochen vergangen seit dem Abend, als ich das Messer in einen vom Alkohol zerstörten Körper gerammt habe. Der Mann ist kurze Zeit später im Krankenhaus gestorben. Dass hab ich in den Nachrichten gehört. Der Verdacht auf Raubmord besteht. Raubmord bei einem Penner, einem Schwein wie diesem? Ich konnte es nicht fassen wie die Nachrichten davon berichten. Jetzt steht an fast jeder Ecke ein Polizist. Unglaublich, dass ein Vergewaltiger zwei Jahre Bewährung bekommt und ein Mensch der so etwas verhindern will von der Polizei wie eine Maus von einer Katze gejagt wird. Außerdem kam heraus, dass der Penner reiche Eltern hat. Den Sohn haben sie verstoßen. Hätte er keine Eltern - ich glaube sie würden sich einen Scheißdreck darum kümmern wer ihn umgebracht hat. Naja. Auf jeden Fall ist der Bus für die Zeit ziemlich voll. Ich will zu diesem Zeitpunkt nur noch in mein Bett. Schlafen, vergessen, verdrängen. Dennoch bereue ich nicht ihn getötet zu haben. Er hat es verdient. Irgendwann dann hält der Bus. Ich steige aus und rauche eine Menthol-Zigarette auf dem Heimweg. Ein Mädchen kommt mir in einer dunklen Gasse entgegen. Sie zögert bevor sie die Straßenseite wechselt. Als ich Zuhause ankomme ist alles im Haus dunkel - außer die Standby-Leuchte des Fernsehers. Ich mache weder das Licht an, noch ziehe ich mir die nach Rauch stinkenden Klamotten aus. Ich lasse mich einfach in den Sessel fallen und schalte den Fernseher ein. Es läuft gerade eine Quizsendung. Fünftausend Euro kann man mit einer Antwort gewinnen. Sie suchen Automarken mit A. Toyota, Alfa Romeo, Saab, DAF, Ferrari, Lamborghini, Skoda, Kia, Honda. Mehr fallen mir dann nicht ein. Dann schlafe ich ein.

1 Kommentar 4.9.07 23:26, kommentieren

Die Illusion der Perfektion - Die Erkenntnis der Wahrheit

Die Illusion der Perfektion begleitet mich auf allen Wegen, gekonnt lass ich die Klinge schneiden, Wunden malen, Schmerzen singen. In eine Welt voll Farbenschein entrinnt mein Geist an jedem Tag an dem ich Leben fühlen darf. Wenn die Stimme dann verstummt, so schreit der Hass mir in mein Ohr. Vor dem zerbrochenem Spiegel knie' ich nieder, blicke in die kalten Scherben, atme Asche aus der Luft. Verbrannt sind meine Wunden an jenem einen Tag, an dem ich dich gefunden und nie mehr gehen ließ.

13.8.07 23:01, kommentieren

My wish

Heute erzähle ich euch mal keine Geschichte, die ich mir so ausgedacht habe. Ich arbeite jetzt noch eine Wochen bis ich endlich Urlaub habe. Zwei Wochen noch weniger machen als sonst. Oder versuchen, tausend Dinge gleichzeitig zu machen. Ich glaube ich brauche eine Pause von der Gewonheit der Arbeit. Ich bin nicht faul was die Arbeit betrifft. Ich mag sie zwar nicht, aber ich machen meine Arbeit dennoch so, wie sie mir aufgetragen wird. Wie kann man verlangte Selbstständigkeit anwenden, wenn man immer gesagt bekommt, dass irgendeine andere Sache wichtiger ist? Was werde ich eigentlich nach meiner Ausbildung machen? Am liebsten möchte ich Erzieher werden. Kinder sind ehrlicher als Erwachsene...Kinder sind oft leichter zu beeindrucken. Sie haben Spaß an Dingen, bei denen sich Ältere nur langweilen. Sie leben noch. Ich glaube manche Erwachsene haben verlernt richtig zu leben. Mit Kindern würde ich sehr gerne arbeiten. Ich möchte Vorbild sein, Held sein. Doch eigene Kinder möchte ich nicht. Manchmal werde ich ausgelacht, wenn ich sage, dass ich Erzieher werden will. Aber ich versuche diesen Wunsch zu verwirklichen.

Gute Nacht du arme Welt, wünsch' dir die Farben die dir fehlen.

So schlafet gut und träumet süß, ich wünsch' euch alles Gute.

12.8.07 23:14, kommentieren